„It’s a park of extreme weather, but it also has extrem beauty, extreme sightings, and extreme remoteness. The combination creates experiences that are etched into your memory for eternity.“ Villiers Steyn

Kaum etwas könnte diesen Park besser beschreiben als dieses Zitat.

Wir sind in der Kgalagadi angekommen, die im Dreiländereck von Südafrika, Namibia und Botswana liegt. Die Kgalagadi ist 40.000 Quadratkilometer groß, damit doppelt so groß wie der Kruger Park und einer der größten Nationalparks der Welt. Seit etwas mehr als zehn Jahren sind die Grenzen zwischen dem botswanischen und südafrikanischen Teil des Parks offen. Es ist der erste offizielle Transfrontier Park in Afrika und hoffentlich ein Vorbild für Conservation im 21. Jahrhundert. Denn da es keine Zäune mehr gibt, können sich die Tiere frei bewegen und Nahrung und Wasser suchen.

..Und auch wir waren schon kurz in Botswana – ganz ohne Pass, Grenzposten und Stempel – als wir zwei Nächte in Roiiputs gecampt haben.

Die Kalahari ist sehr trocken, und die Tiere müssen lange Perioden ohne Regen und somit Wasser überstehen – daher gibt es hier auch keine Elefanten, Zebras oder Büffel. Glücklicherweise sind wir nicht zu der Jahreszeit hier, wenn es wochenlang 45 Grad im Schatten sind. Wir hatten sogar schon zweimal nachts Regen, sehr erfrischend – und unser Zelt ist diesmal auch dicht.

In nur einer Woche haben wir schon 20 Löwen gesehen, 3 Geparde und wunderschöne Eulen. 5 Löwen haben wir an einem Wasserloch beobachtet – 7 Stunden lang. 2 Löwinnen, 2 junge Löwen und ein Löwe lagen mit voll gefressenen Bäuchen im Schatten unter den Bäumen nahe am Wasserloch. Mit so einem dicken Bauch und bei der Hitze müssen sie doch irgendwann Durst haben, dachten wir… 6 Stunden, etliche Kekse und ein kleines Schläfchen später ging unser Plan auf, und wir konnten Bilder von den kleinen Löwen am Wasserloch machen.

Zwei Nächte waren wir im Camp Gharagab, weit im Norden des Parks. Dorthin führte eine 4×4-Route durch die Dünen – eine magische Landschaft – und es fühlte sich an, als würden wir gleich hinten von der Welt runterfallen. Es war auch unsere erste Strecke, die nur für 4×4-Autos zugelassen war, und wir waren gespannt. Aber alles lief prima und zwei Stunden Sandpiste später kamen wir in Gharagab an.

Das Selbstversorger-Camp hat vier Zelte auf einem Holzdeck für maximal 8 Personen, selbstverständlich einen Grill für das abendliche Feuer und wir gucken direkt auf das ca. 50 Meter entfernte kleine Wasserloch.

Abends sitzen wir auf dem Deck und warten auf Besucher am Wasserloch. Wenn keiner kommt, gucken wir uns die Sterne an. Denn der Sternenhimmel ist unglaublich! Wir bestaunen den Mars, der alle 25 Monate die Erde überholt. Und, es trifft sich gut, der nächste Termin ist im April 2014! Dank des „Stargazing in Game Reserves“ Buches von Corinna und Jan (danke!) lernen wir all sowas und können immerhin ein paar Sternbilder bestimmen. Es sind nur einfach so wahnsinnig viele Sterne!

Erschöpft von diesen ereignisreichen Tagen und mit Nudeln mit Tomatensauce im Bauch (langsam fangen wir an, von etwas ausgefalleneren Gerichten zu träumen..) fallen wir abends gegen 8 Uhr ins Bett bzw. Zelt und träumen von einem neuen ereignisreichen Tag und davon, von Löwengebrüll geweckt zu werden…